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Das Schloss Anif wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts in einer Liste der erzbischöflichen Burgen erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem Jahr 1530 war der Salzburger Kanzler Niclas Ribeisen zu Leibgeding Besitzer des Schlosses, nach seinem Tod wechselte das Anwesen häufig seine Eigentümer. Von 1693 bis zum Jahr 1814 diente Schloss Anif den Fürstbischöfen von Chiemsee als Sommersitz. Der letzte von ihnen, Christof Graf Waldburg-Zeil, legte den bedeutenden englischen Park des Schlosses an. Der Schlossbau blieb bis in die 30-er Jahre des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert. Erst als Graf von Arco-Stepperg, ein Urenkel der Kaiserin Maria-Theresia, das Anwesen 1837 erwarb, ließ er das Schloss nach Vorbild der englischen Tudorschlösser im romantischen und neogotischen Stil umgestalten und dekorieren: Der Südflügel, der den mächtigen, im Mauerkörper unverändert belassenen Ostbau mit der Kapelle verband, wurde um ein Geschoss erhöht. Die Kapelle erhielt einen Turm, West- und Nordseite wurden durch eine Bogengalerie, einen Saalbau, mehrere Türmchen und Zinnenmauern abgeschlossen. Im Inneren blieben nur einige Kassettendecken und ein Ofen des 17. Jahrhunderts sowie eine Reihe von barocken Jagd- und Genrebildern erhalten. Alles andere wurde sorgfältig neu gestaltet: Wandbespannungen, bemalte Glasfenster, Vertäfelungen und Marmorverkleidungen, elegante Parkettböden und sogar Türschlösser und Fenstergriffe. Bis heute ist die üppige romantische Ausstattung erhalten geblieben, doch leider bekommen nur wenige Besucher die Pracht zu sehen: das Schloss ist in Privatbesitz. Der Schlosspark wird jedoch zweimal jährlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht: am Fronleichnamstag für die kirchliche Prozession und am Abend des 8. Dezember für das Turmblasen (Anifer Bläser spielen am Turm des Schlosses weihnachtliche Lieder; es gibt Glühwein, Schnaps und Lebkuchen.)
(Information: Verkehrsverein Anif, A-5081 Anif, Telefon: 06246/72365, Fax: 06246/72365-50, Mail: tourist@info-anif.co.at)
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